Orte, die Geschichten erzählen

Der Arbeitsplatz ist normalerweise der Ort, an dem in der Illustration Welten entstehen, Wesen geboren und Geschichten erzählt werden. Es sollte also ein    Ort sein, an dem man 8 Stunden am Tag sein möchte und nicht das Gefühl hat, dazu gezwungen zu sein.

Ein Ort mit viel Licht, Klarheit, Stille und Ausblick.

Ich habe durch meinen Arbeitsraum in unserem neuen Zuhause einen Vergleich zu meinem alten Arbeitsraum bekommen. Nun verstehe ich, wieso so oft das Gefühl präsent war, dass ich nicht weiterzukommen scheine in dem, was ich tue. Ich war häufig unzufrieden, frustriert und unruhig.

Wenn essentielle Bedingungen dem Arbeitsraum fehlen, kann das einen großen Einfluss auf die Motivation, die Konzentration und die Intuition während der Arbeit nehmen. Es ist eine kleine Reise zu erkennen, welche Bedingungen man selbst braucht, um so arbeiten zu können, wie man es sich wünscht. Dafür muss man seinen Raum zunächst kennenlernen und Stück für Stück ergründen, was er für einen bereit hält.

Mir macht es zudem große Freude all die Dinge, die sich in meinem Raum befinden, streng zu ordnen. Ich habe mir angewöhnt, alles zu beschriften, denn man unterschätzt, wieviel Zeit das Suchen Tag für Tag in Anspruch nimmt.

Mein Raum ist so alt, dass er mir viele Geschichten erzählen kann, während ich arbeite. Geschichten von Menschen, die in ihm gewohnt haben. Geschichten von Tieren, die heimlich in ihm gewohnt haben. Geschichten von Stimmungen und Atmosphären, die ihn geprägt haben.

Ich bin unbeschreiblich dankbar für mein neues kleines Universum.

 

Geduld

Der Beginn der Selbstständigkeit ist mit vielen Gefühlen verbunden. Angst, Nervosität, Selbstzweifel, Ungeduld.

Leider gehört es meist auch dazu, dass man immer wieder in direkte oder indirekte Gespräche gerät, durch die diese Gefühle noch befeuert werden.

„Hast du denn schon viele Aufträge?“ „Du kannst dich noch nicht selbst finanzieren?“ „Wieviel verdienst du denn damit?“ Und dabei wird dann noch eine Augenbraue abschätzig hochgezogen.

Solche Gespräche geben uns schnell das Gefühl, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben; dass es nicht normal ist, wenn man nicht von Anfang an Geld verdient; dass es von Beginn an Anfragen regnen sollte, weil es ja andernfalls bedeutet, dass sich niemand für unsere Arbeit interessiert.

Kurz: Wenn du mit deiner Entscheidung nicht von vornherein Anklang findest und Geld verdienst, ist deine Arbeit nicht gut.

Das ist die Aussage, die unser Kopf aus den beschriebenen Fragen macht. Unser Rucksack der Unsicherheit wird weiter voll gepackt. Aber das Tragische dabei ist, dass die Menschen, die uns so sehr verunsichern, diejenigen sind, die sich noch nie mit der Laufbahn im kreativen Bereich auseinandergesetzt haben. Die weder wissen, dass es absolute Normalität ist, dass die ersten Jahre einer Selbstständigkeit Aufbau und Entwicklung bedeuten, bis man einen Kundenstamm aufgebaut und auf sich aufmerksam gemacht hat, noch, was es bedeutet, sich in einer Welt kreativ selbstständig zu machen, die vor kreativen Selbstständigen nur so über zu quellen scheint. Wir lassen uns von Menschen verunsichern, die glauben, etwas bewerten oder verurteilen zu können, womit sie nie in Kontakt gekommen sind; die nicht einmal unseren Arbeitsalltag kennen oder danach fragen. Das ist traurig.

Und dabei vergessen wir aber, dass Gefühle, wie Angst, Nervosität und Zweifel nicht die einzigen Gefühle sind, die den Beginn der Selbstständigkeit begleiten. Denn die Selbstständigkeit ist etwas, wofür man sich bewusst entscheidet. Etwas, das mit einer persönlichen Leidenschaft und Motivation verbunden ist. Etwas, von dem wir glauben, dass es uns erfüllen wird. Und genau das sollte in unserem Kopf in den Fokus rücken, wenn wir uns mal wieder dabei ertappen, uns vor Nicht-Wissenden zu rechtfertigen.

Vielleicht rechtfertigen wir uns gerade bloß vor Menschen, die von ihren Eltern mit dem Glaubenssatz erzogen wurden: „Nur durch einen soliden Beruf, mit dem du viel Geld verdienst, bist du etwas wert.“

Und es ist nicht unsere Aufgabe uns mit Glaubenssätzen herumzuschlagen, die nicht zu uns gehören.

Ich bin jeden Tag dankbar dafür, dass ich mich für so einen wunderschönen Beruf entscheiden durfte und meine Eltern immer hinter mir standen. Ich bemühe mich jeden Tag nicht ungeduldig mit mir zu sein, meine Entwicklungen und Entdeckungen auf dem Papier bewusst wahrzunehmen und mich nicht von Außenstehenden aus der Ruhe bringen zu lassen. Meine Tante hat mir einmal gesagt: „Bleib ganz bei dir.“  Das sage ich mir immer, wenn ich mich durch Menschen zum Stolpern bringen lasse. Und es hilft.

Vielleicht ist es unsere Aufgabe den Beruf der kreativen Selbstständigen transparenter zu machen und dabei ganz bei uns zu bleiben – mit viel Geduld und Neugier gegenüber unserer Arbeit und unserer Entwicklung.

 

Skulpturengarten im Kleinformat

Bei schönem Wetter illustriere ich auch gerne im Garten, aber bei Regen und Kälte gehören Modellierarbeiten zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Es ist eine gemütliche Arbeit, bei der sich viel ausprobieren lässt.

Im Studium habe ich immer wieder mit verschiedenen Modelliermassen gearbeitet. Bienenwachs war beispielsweise eine schöne Erfahrung – allein wegen des Duftes. Er lässt sich wunderbar auf der Heizung in einer Schale weich machen.

Bei meinem Projekt „Art of Age“ habe ich dann sehr intensiv mit Plastilin gearbeitet und bin dem auch nach meinem Studium nicht müde geworden. Da ich hauptsächlich mit dünnen Pinseln illustriere, tut die gröbere Handarbeit mit Modelliermasse sehr gut. Es ist wie ein Ausgleich für die Handgelenke.

Plastilin ist lufthärtend, oder lässt sich im Backofen komplett aushärten. Meine Figuren bemale ich in der Regel mit Acrylfarben, da sie wasserabweisend sind. Zum Schluss nutze ich dann eine leichte Lasur, die für Glätte und einen leichten Glanz sorgt.

In die Arbeit meiner kleinen Wesen stecke ich sehr viel Arbeit und Geduld, da viele Trocknungsphasen zwischen den einzelnen Bearbeitungsschritten liegen.

Ich habe mit kleinen Tierfiguren angefangen und mittlerweile entstehen auch kleine Vasen, Schalen und sogar Lampen. In den nächsten Monaten werden viele neue modellierte Artikel in meinem Online Shop erscheinen.

Zudem könnt ihr auch gerne Aufträge für Figuren bei mir in Auftrag geben. Schreibt mir dazu gerne eine Mail an  und wir besprechen eure Idee.

 

.   

Ankommen

Wie schön, dass du den Weg auf meine Seite gefunden hast! Ich bin Illustratorin aus Köln und lebe mit meinem Partner und unseren drei Schildkröten in einem kleinen alten Haus in Solingen.

Das Jahr 2021 war für mich ein Jahr des Umbruchs. Veränderung, Verlust, Beginn.

Wir mussten uns von einem geliebten Menschen verabschieden, haben ein neues Zuhause gefunden und ich habe meinen Atelier- und Ladenplatz in Köln aufgegeben. Es war also nicht allein eine Veränderung in meinem Privatleben, sondern auch eine Veränderung für meinen Berufsalltag. Mein neues Atelier hat seinen Platz in unserem kleinen wunderhübschen Wintergarten mit Blick in den Garten gefunden. Ein Raum, der nur aus Fenstern zu bestehen scheint. Nie hätte ich gedacht, einmal einen so unglaublichen Arbeitsraum zu finden. Von hier kann ich unsere Schildkröten im Garten beobachten, all den Singvögeln lauschen und am wunderbarsten ist, wenn der Regen auf das Dach des Wintergartens prasselt. Von hier aus werden nun also meine Geschichten auf Papier erzählt und die Produkte für meinen Online Shop entstehen.

Neuigkeiten darüber, Alltagseinblicke und vieles mehr erfährst du jeden Montag auf dieser Seite. Danke für dein Interesse und bis bald!